Wird die Super Connie je wieder fliegen?

Super Constellation am Flughafen Kloten

Bis zu 20 Millionen Franken, ein Haufen Geld. Doch so viel könnte es im dümmsten Fall brauchen, um die Schweizer Super Constellation je wieder flugfähig machen zu können.

Der Verein Super Constellation Flyers Association (SCFA), der die sieht es grundsätzlich positiv. Die gute Nachricht sei, dass die Super Connie wieder werde fliegen können, meint Hans Breitenmoser, Präsident der SCFA. Die schlechte dann aber, dass es dafür viel Geduld brauche. Und eben Geld.

Die entdeckten Schäden sind normale Abnützungserscheinungen

Im November 2018 entdeckten die Connie-Enthusiasten am Vorderholm des rechten Flügels verschiedene Absplitterungen. Dabei handelt es sich wohl um Folgen der Nutzung des doch schon beachtlichen Alters von knapp 65 Jahren.

Doch auch wenn es normal ist, dass ein Flugzeug dieses Alters entsprechende Erscheinungen zeigt, war es für den Verein der Connie-Fans ein herber Tiefschlag. Denn eben erst hat man noch erfolgreich Geld gesammelt für die unvorhergesehenen Schäden, die während eines Bremstests auftraten. Man freute sich eigentlich darauf, dass die Connie schon 2018, spätestens aber 2019 wieder würde fliegen können. 

Jetzt wird es keinen Weg darum geben, als die beiden Flügel komplett auseinander zu nehmen und genauestens auf weitere Schäden zu untersuchen. Was dabei entdeckt wird (und wieviele Kosten es verursacht), weiss heute noch niemand. 

An der Januar-Klausur des SCFA-Vorstandes wurde dann auch intensiv über die Zukunft diskutiert. Die Zukunft der Connie, aber auch des Vereins. Laut Breitenmoser waren auch diverse Gäste an der Klausur, so Dominik Kaelin, der mit seinem Team seit Jahren die Strukturarbeiten an der Connie erledigt, und Robert Kurtz, der als Ingenieur verschiedene Arbeiten begleitete und im Auftrag des BAZL auch zertifizierte. 

Fazit der Klausur

  • Ohne Flügelsanierung ist es undenkbar, dass das BAZL die Flugerlaubnis, das sogenannte ‘Permit to Fly’, erteilt.
  • Es wäre schade, wenn nach all den wertvollen Arbeiten der letzten Jahre nun der sprichwörtliche Stecker gezogen würde und die “Star of Switzerland”, die letzte Connie ihrer Art weltweit, nicht mehr fliegen könnte
  • Somit gilt: Beide Flügel müssen auseinander genommen, kontrolliert und saniert werden. 

Die Flügelsanierung ist machbar, aber…

Hans Breitenmoser erklärt, dass die Flügelsanierung grundsätzlich machbar sei. Allerdings rechnet der Verein mit rund vier Jahren Zeitbedarf für die komplette Sanierung beider Flügel. Vier Jahre des Durchbeissens und vier Jahre, in denen eine wichtige Einnahmequelle, die Erlöse aus Flugticketverkäufen, nicht funktioniert. 

Doch leider ist das noch nicht die ganze Wahrheit. Zusätzlich zu den wegfallenden Einnahmen werden natürlich auch die nötigen Arbeiten nicht kostenlos sein, sondern geschätzte 10 Millionen Franken verschlingen. 

Hinzu kommen Kosten für die Löhne, Miete des Hangars, Administration und Unvorhergesehenes, was schliesslich zu den 15 bis 20 Millionen führt, die dem Verein derzeit fehlen. 

Der Verein will nicht mit den Arbeiten beginnen, bevor das benötigte Geld in bar oder als Bankgarantie vorliege. Denn ein Unterbruch mitten im Projekt würde die Kosten nur weiter in die Höhe treiben, ohne dass dabei die Chancen, die Connie wieder zum Fliegen zu bringen, steigen würden.

Es bräuchte einen geduldigen Sponsor

Die hohen Kosten und die lange Zeitspanne für die Arbeiten werden zur grossen Hürde. Denn was helfen würde, wäre ein finanzstarker Sponsor, der den Löwenanteil an den Kosten tragen könnte. Ein solcher will aber in den meisten Fällen nicht vier Jahre warten, bis er den Flieger für eigene Zwecke einspannen kann. Vermutlich auch dann nicht, wenn er Red Bull oder Mateschitz heisst. 

An einer ausserordentlichen Generalversammlung der SCFA wurde ausgiebig darüber diskutiert, wie die Zukunft der Connie aussehen soll. Verschiedene Optionen – darunter auch das Ausschlachten und Verkaufen von Einzelteilen oder gar eine Verschrottung – wurden besprochen. Wenn weder genug Geld für die Sanierung noch ein Käufer gefunden werden und auch niemand die Connie geschenkt haben möchte, werden diese Optionen wohl auch wieder auf den Tisch kommen.

Der Verein ist sich aber einig: Man will weiter versuchen, die Connie wieder “auf die Beine” und in die Lüfte zu bekommen. Aber dafür braucht es mehr als ein paar gutwilligen 100 Franken-Spenden. Man will sich deshalb an mögliche Sponsoren und Mäzen richten, auch die Möglichkeit eines Crowdfundings wird geprüft. 

Mitte März 2019 will die SCFA erneut informieren und über den aktuellen Stand berichten. 

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